Ein gesundes Ohr braucht meistens erstaunlich wenig Pflege. Trotzdem lohnt es sich, die Ohren Deines Tieres regelmäßig anzuschauen – denn Veränderungen kannst Du so oft früh erkennen. Riecht ein Ohr plötzlich unangenehm, ist es gerötet, sammelt sich deutlich mehr Ohrenschmalz oder kratzt sich Dein Tier häufiger am Ohr? Schüttelt Dein Hund vermehrt den Kopf oder reagiert Hund oder Katze empfindlich auf Berührungen? Dann steckt möglicherweise mehr dahinter als ein bisschen Schmutz. Ständiges Reinigen ist jetzt nicht unbedingt die richtige Lösung. Auffällige oder wiederkehrende Ohrprobleme sollten tierärztlich untersucht werden, damit wir herausfinden können, was dahintersteckt. Auch bei der Ohrpflege gilt deshalb: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Ob überhaupt gereinigt werden sollte, welcher Ohrreiniger geeignet ist und wie häufig er angewendet werden darf, hängt immer vom einzelnen Tier und seinen Ohren ab.
Woran erkennst Du ein gesundes Ohr? 💚
Ein gesundes Ohr ist in der Regel:
• blassrosa und nicht deutlich gerötet
• nicht geschwollen
• geruchlich unauffällig
• frei von auffällig viel Ohrenschmalz oder Sekret
• weder schmerzhaft noch besonders empfindlich
Kratzen, häufiges Kopfschütteln, unangenehmer Geruch, Rötung, Schmerzen oder auffälliges Sekret sind dagegen Warnzeichen.Dann solltest Du nicht einfach mehrere Tage auf eigene Faust reinigen. Denn hinter einem auffälligen Ohr können ganz unterschiedliche Ursachen stecken – bei Hund und Katze beispielsweise Entzündungen, Parasiten, Fremdkörper oder andere Grunderkrankungen.Und manchmal ist die richtige Behandlung eben kein Ohrreiniger. 🐾
Ein Ohrreiniger hilft dabei, überschüssiges Ohrenschmalz und Ablagerungen aus dem äußeren Gehörgang zu lösen. Aber nicht jedes Tier braucht ihn regelmäßig – und nicht jeder Reiniger eignet sich für jedes Ohr.
Ein Ohrmedikament dagegen wird gezielt zur Behandlung einer diagnostizierten Erkrankung eingesetzt. Je nach Präparat muss es auf eine ganz bestimmte Weise angewendet werden, damit der Wirkstoff auch dort ankommt, wo er benötigt wird.
Deshalb zeigen wir Dir bei verordneten Ohrmedikamenten genau, wie Du sie bei Deinem Hund oder Deiner Katze richtig anwendest. Anschließend wird die Ohrbasis meist sanft massiert, damit sich das Präparat im abgewinkelten äußeren Gehörgang gut verteilen kann.
Unser Tipp: Verwende bitte weder Reiniger noch Medikamente „auf Verdacht“. Gerade bei einem entzündeten oder schmerzhaften Ohr sollte zuerst geklärt werden, was die Beschwerden verursacht. 💚
Wenn wir Dir für Dein Tier eine regelmäßige Ohrreinigung empfohlen haben, zeigen wir Dir am besten einmal direkt, wie es geht. Denn der Gehörgang von Hund und Katze verläuft nicht gerade, sondern abgewinkelt – deshalb reicht es nicht, nur die sichtbare Ohrmuschel auszuwischen.
So gehst Du vor:
• Verwende ausschließlich einen Ohrreiniger, der für Dein Tier geeignet ist.
• Wärme den Reiniger in Deiner Hand etwas an – kalte Flüssigkeit im Ohr ist unangenehm.
• Gib die empfohlene Menge vorsichtig in den äußeren Gehörgang.
• Massiere anschließend die Ohrbasis sanft für einige Sekunden. So kann sich der Reiniger auch im tiefer liegenden, abgewinkelten Abschnitt verteilen und Ablagerungen lösen.
• Lass Dein Tier danach den Kopf schütteln – dabei wird bereits einiges aus dem Gehörgang nach außen befördert.
• Was anschließend an der Ohrmuschel und am Eingang des Gehörgangs sichtbar ist, kannst Du vorsichtig mit einem weichen Wattepad oder einer Kompresse entfernen.
Bitte keine Wattestäbchen in den Gehörgang einführen. Damit kannst Du Ablagerungen tiefer hineinschieben oder empfindliche Strukturen verletzen.
Und ganz wichtig: Tut die Reinigung weh, zeigt sich Blut oder wehrt sich Dein Tier plötzlich ungewöhnlich stark, hör bitte auf und lass das Ohr untersuchen. 💚
Dein Hund ist eine echte Wasserratte? Dann lohnt sich nach dem Schwimmen ein Blick in die Ohren. Feuchtigkeit kann bei empfindlichen Hunden Ohrprobleme begünstigen.Trockne die sichtbare Ohrmuschel und den Eingang des Gehörgangs anschließend vorsichtig mit einem weichen Tuch oder Wattepad. Ob Dein Hund zusätzlich einen Ohrreiniger benötigt, besprechen wir am besten individuell.
Nicht automatisch. Haare im Gehörgang sollten nicht bei jedem Hund vorsorglich ausgezupft werden. Bei manchen Tieren können sehr dichter Haarwuchs und eine schlechte Belüftung jedoch Probleme begünstigen.Dann schauen wir gemeinsam, ob und wie die Haare sinnvoll entfernt werden sollten. Bitte nicht einfach kräftig zupfen – dadurch können kleine Verletzungen, Reizungen und Schwellungen entstehen.
Kaum ist das Ohr wieder gut, beginnt Dein Tier erneut zu kratzen oder den Kopf zu schütteln? Dann lohnt sich der Blick über das Ohr hinaus.
Wiederkehrende Ohrentzündungen können ein Hinweis auf eine zugrunde liegende Erkrankung sein. Besonders bei Hunden spielen beispielsweise Allergien häufig eine Rolle; daneben kommen weitere Ursachen und begünstigende Faktoren infrage.Deshalb möchten wir nicht einfach immer wieder nur das entzündete Ohr behandeln. Unser Ziel ist herauszufinden, warum die Beschwerden zurückkehren – und Deinem Tier möglichst langfristig zu helfen. 💚
Ohrreiniger einfüllen, Medikament richtig anwenden, Ohrbasis massieren – beim ersten Mal fühlt sich das manchmal etwas ungewohnt an.
Bring Deinen Ohrreiniger oder das verordnete Medikament einfach mit. Wir zeigen Dir gerne direkt an Deinem Tier, wie Du es richtig anwendest. 🐶🐱