Gerne betreuen wir Dein Tier auch was den langfristigen Erhalt seiner Zähne betrifft.
Die Behandlung sollte man nicht mit der ästhetischen Behandlung bei Menschen vergleichen.
Untersuchungen, Bescheinigungen und Gutachten zur Zucht.
Zahnstein wie auch Zahnfleischentzündungen sind wie beim Menschen eine ernst zu nehmende Angelegenheit. Mit dem kleinen Unterschied, dass Tiere nicht sprechen können. Also unterstützen und begleiten wir Deinen Liebling, schon allein dabei, dass wir ihn regelmäßig mit den Schutzimpfungen untersuchen und auch mal am Mäulchen riechen.
Es gibt aber auch noch andere z. T. schwere Erkrankungen, die als Ursache eine andere, internistische Grunderkrankung hat. Ein bald möglicher Besuch in der Tierarztpraxis sollte mit dem erkrankten Tier erfolgen. Deswegen ist die regelmäßige tierärztliche Untersuchung, z. B. im Rahmen der regelmäßigen jährlichen Schutzimpfung, wichtig.
Eine
gute Vorbeugemaßnahme für die Gesundheitspflege der Zähne ist das
tägliche Zähneputzen mit einer für Tiere geeigneten Zahnpasta – viele Tiere
tolerieren dies leider nicht.
Untersuchungen, Bescheinigungen und Gutachten des Gebisses für die Zuchtfähigkeit. Dieser wird leider oft zu spät nach dem Welpenkauf im Ausland zum aktuellen Zahnstatus angefragt.
Zahnbeläge (Plaque) bedrohen die Zahngesundheit am häufigsten. Anfangs noch weiche Zahnbeläge mineralisieren mehr und mehr, bis sich fester Zahnstein gebildet hat.
Zahnstein ist gelb, ockerfarben, braun oder grau und haftet gewöhnlich zuerst an der Außenfläche der Fang- und Backenzähne. Durch den mechanischen Druck und durch Bakterien an den Zahnbelägen entsteht eine Entzündung des Zahnfleisches, die mit einer schmalen, aber oft deutlich sichtbaren Rötung beginnt. Fast immer hat der Hund oder die Katze deutlich wahrnehmbaren Mundgeruch. Die Zahnfleischentzündung kann fortschreiten, bis schließlich der gesamte Zahnhalteapparat betroffen ist. Die Zähne lockern sich und fallen aus. Deswegen ist die regelmäßige tierärztliche Untersuchung, z. B. im Rahmen der regelmäßigen jährlichen Schutzimpfung, wichtig.
Das tägliche Zähneputzen mit einer für Hunde und Katzen geeigneten Zahnpaste (Zahnpasta für den Menschen darf beim Tier nicht angewendet werden!) ist die beste Vorbeugemaßnahme. Früh üben lohnt sich. Man sollte schon im Welpen- oder Kittenalter damit beginnen. Unser Vierbeiner erlernt spielend die Zahnpflege und freut sich schon darauf.
Eindrucksvolle Vorher-Nachher-Bilder: Zahnstein und ein persistierender Milchcaninus im Oberkiefer. Eigentlich werden die Zähne zwischen dem 4.-7. Lebensmonat gewechselt und die Milchzähne fallen aus. Falls Sie danach zwei Zähne dicht hintereinander bzw. bleibenden Zahn und Milchzahn direkt hintereinander entdecken, fragen gern Sie beim Tierarzt nach, ob Behandlungsbedarf besteht.
Es gibt aber auch noch andere z. T. schwere Erkrankungen, die als Ursache eine andere, internistische Grunderkrankung hat. Ein bald möglicher Besuch in der Tierarztpraxis sollte mit dem erkrankten Tier erfolgen. Deswegen ist die regelmäßige tierärztliche Untersuchung, z. B. im Rahmen der regelmäßigen jährlichen Schutzimpfung, wichtig.
Hier findest Du einige typische Auffälligkeiten.
Milchzähne sollen ausfallen, bevor die bleibenden Zähne durchbrechen.
Insbesondere bei den Eckzähnen kann dies zu gravierenden Konsequenzen
führen, weil der Milchzahn die Position hält, welcher den bleibenden
Zahn gehört.
Z. B. bricht der Unterkiefereckzahn zu weit innen durch
und bohrt sich in den Gaumen. Außerdem wird, durch weniger Platz im
Mundraum, die Selbstreinigung der Zähen erheblich gestört, sodass sich
schneller Plaque und Zahnstein bilden können. Diese Fehlstellungen sind
zwar nicht erblich bedingt, sind aber – wenn zu spät erkannt – nur mit
hohem Aufwand und Kosten zu korrigieren. Als Konsequenz daraus sollte
man Milchzähne, welche mehr als 7 Tage persistieren, vom Tierarzt ziehen
lassen.
Zu kurze (oder zu lange) Unterkiefer haben meist einen genetischen Hintergrund. Bei starken Verschiebungen (z. B. 10 mm bei einem 10 kg Welpen) ist nicht damit zu rechnen, dass im bleibenden Gebiss eine Normalisierung eintritt. Sofern die Zähne ihren Weg an denjenigen des gegenüberliegenden Kiefers vorbei finden, muss man nichts unternehmen.
Die Ausnahme sind Unterkiefereckzähne, welche schmerzhaft in den Gaumen stechen. Diese sollten, so schnell wie möglich, in einer Narkose gezogen werden.
Bild oben: Zu kurzer Unterkiefer, die Eckzähne haken sich in den Gaumen ein.
Bild unten: Ein zu langer Unterkiefer, eine Behandlung ist nicht notwendig.
Die Ursache für den Engstand ist entweder ein zu lange drin gebliebener Milcheckzahn ( Er hat dem bleibenden Zahn seine äußere Stellung verweigert) oder ein verkürzter Unterkiefer. Falls das Problem vor dem 6. Lebensmonat erkannt wird, ist eine manuelle Korrektur mit dem Daumen möglich. Dabei muss der Zahn mehrfach täglich mit sanftem Druck nach außen (und eventuell vorne) bewegt werden. Falls dies nicht gelingt oder die Schiebung zu weit wäre, kann man den Zahn mittels kieferorthopädischen Hilfsmitteln schieben lassen, kürzen, oder ggf. ziehen.
Bild oben: Der zu weit innenstehende Unterkiefereckzahn verursacht Schmerzen und beim bleibenden Gebiss ist eine rasche Behandlung empfohlen.
Bild unten: Eine Behandlungsmöglichkeit ist die manuelle Korrektur mit dem Daumen.
Zahnprobleme bei der Katze sind häufig eine andere Ursache, als bei Hunden. Bei Katzen treten am meisten die FORL (Feline Odontoklastische Resorptive Läsionen, früher auch „Neck Lessions“ genannt) bzw. RL( resorptive lessions) oder die FCGS ( Feline Chronische Gingivostomatitis) als Probleme auf.
Bild: Katze mit Entzündungen der Schleimhaut und Zähne im Kieferwinkel.
FCGS (Feline Chronische Gingivostomatitis)
Bei der FCGS gibt es teilweise hochgradige Entzündungen des Zahnfleisches, der Mundschleimhaut und auch des gesamten Rachenraumes. Die Ursachen sind leider bisher nicht vollständig bewiesen, da es weder beim Menschen noch bei den Hunden ähnliche Erkrankungen gibt. Man vermutet, das es wie bei einer Autoimmunerkrankung, díe körpereigene Abwehr das Zahnfleisch als Fehlleistung attackiert und dabei großflächige Entzündungen hervorrufen kann. Es werden auch verschiedene Faktoren diskutiert, welche diese Problematik unterstützen: Vorbestehende und chronische Erkrankungen wie z.B. Tumorerkrankungen, FIV, FeLV; FIP, verschiedene Viren (v.a. Caliciviren), Bakterien die vom Plaque/Zahnstein herkommen und Stress (es wurden Zusammenhänge gefunden zwischen Populationsgröße, Futterplätzen und auch Gegenwart von Kindern bei der Erkrankung von FCGS) Viele verschiedene Therapieversuche wurden vollzogen: Interferon, Cyclosporine, Kortikosteroide... Teilweise mit hohen Nebenwirkungen und nur bedingt gutem Erfolg. Letztlich ist in diesem Fall die beste Therapiemöglichkeit die Extraktionen der Zähne, häufig ausreichend nur der Backenzähne, manchmal aber auch aller Zähne. Manchmal müssen aber auch danach noch weiterhin Medikamente gegeben werden, damit die Lebensqualität unserer Patienten wieder gut wird.
FORL (Feline Odontoklastische Resorptive Läsionen)
Dabei handelt es sich um schmerzhafte Löcher auf den Zähnen. Diese Erkrankung betrifft alle Katzenartigen, auch bei Löwen oder Tigern. Diese Erkrankung wurde bei Tieren gefunden, die bei Ausgrabungen z.B. bei den Wikingern entdeckt wurden. Löcher findet man auch bei Menschen, aber dort ist Karies die Ursache. Also Bakterien die sich bilden und dabei den Zahnschmelz auflösen. Bei Katzen hat das nichts damit zu tun! Dort sind andere Faktoren, ähnlich wie bei FCGS, die Ursache. Bisher vermutet man als Ursache auch immunologische Faktoren, chron. Zahnfleischentzündungen oder auch Calcium-Mangel. Katzen, welche Resorptive Läsionen(RL) im Kronenbereich aufweisen, sind tlw. hoch schmerzhaft. Auch bei dieser Erkrankung ist die Extraktion des betroffenen Zahnes die einzige Therapiemöglichkeit. Hierbei muss aber das gesamte Maul der Katze geröngt werden, um die Veränderungen, die tlw. Unterhalb der Schleimhaut liegt, an den Zähnen zu erkennen. Dabei wird auch von 2 verschiedenen Typen unterschieden: FORL Typ I und Typ II (letztere beginnt im Kieferknochen bereits mit dem Abbau der Wurzeln, was in ausgewählten Fällen dazu führt, das nur die Zahnkrone entfernt werden muss und die Wurzel belassen werden kann)
Bild: Röntgenaufnahme des Unterkiefers zeigt einen Zahn mit Löchern auf der Zahnkrone (siehe Pfeil) und der sich sichtlich auflösenden Wurzel.
Zahnbrüche, oder auch Frakturen, finden wir hauptsächlich bei Hunden. Dabei kann man erstmal getrost sagen: Hunde und Katzen brauchen nicht alle Zähne zum Überleben – z. B. viele Katzen haben nach Zahnerkrankungen keine Zähne mehr und können trotzdem normal fressen. Dementsprechend, kann ein Zahn auch gezogen werden, wenn er abgebrochen ist. Häufig, vor allem bei den Fangzähnen, möchte man gerne den Zahn erhalten. Da ist es Wichtig, dass man sein Tier schnellstmöglich beim Tierarzt vorstellt, sobald ein Bruch aufgefallen ist. Je früher man einen Zahn behandelt, desto besser ist die Prognose den Zahn zu erhalten. Dabei gibt es Unterschiedliche Möglichkeiten: Einmal den Zahn mit dem Zahnmark lebend zu erhalten, und einmal das abgestorbene Mark zu entfernen und eine Füllung einzubringen.
Bild oben: Frische Fraktur eines Fangzahnes. Hier erfolgt eine Wurzel- und Kronenbehandlung bei dem das Zahnmark erhalten bleibt.
Bild unten: Eine alte Fraktur, das Zahnmark ist dunkel verfärbt und abgestorben. Die Behandlung erfolgt durch Entfernung des Marks und einer Füllung der Markhöhle.
Unsere Welpen kommen ohne Zähne zur Welt. Die ersten Zähne erscheinen ab ungefähr der dritten Lebenswoche. Das Welpengebiss hat 28 Zähne. Die Zähne wechseln im Regelfall zwischen dem 5. und 7. Lebensmonat. Das bleibende Gebiss trägt 42 Zähne (im Oberkiefer respektive Unterkiefer je 6 Schneidezähne, 2 Eckzähne, 4 vordere Backenzähne und 2 respektive 3 hintere Backenzähne). Der Zahnwechsel soll rasch erfolgen, wobei der bleibende Zahn den Platz des ausgefallenen Milchzahnes einnimmt.
Zahnstein ist gelb, ockerfarben, braun oder grau und haftet gewöhnlich zuerst an der Außenfläche der Fang- und Backenzähne. Durch den mechanischen Druck und durch Bakterien an den Zahnbelägen entsteht eine Entzündung des Zahnfleisches, die mit einer schmalen, aber oft deutlich sichtbaren Rötung beginnt. Fast immer hat der Hund deutlich wahrnehmbaren Mundgeruch. Die Zahnfleischentzündung kann fortschreiten, bis schließlich der gesamte Zahnhalteapparat betroffen ist. Die Zähne lockern sich und fallen aus. Deswegen ist die regelmäßige tierärztliche Untersuchung, z. B. im Rahmen der regelmäßigen jährlichen Schutzimpfung, wichtig.
Das tägliche Zähneputzen mit einer für Hunde geeigneten
Zahnpaste (Zahnpasta für den Menschen darf beim Hund nicht angewendet werden!)
ist die beste Vorbeugemaßnahme. Früh üben lohnt sich. Man sollte schon im Welpenalter damit beginnen. Der Hund erlernt spielend die Zahnpflege und freut
sich schon darauf. Eine Hundezahnbürste und -Zahnpasta werden dafür benötigt.
Wie wichtig ist die Zahngesundheit für meinen Hund oder meine Katze? Woran erkenne ich, dass mein Hund oder meine Katze Zahnprobleme hat?
Die
Zahngesundheit ist ein wesentlicher Teil der allgemeinen Gesundheit deines
Tieres. Wenn das Gebiss gesund ist, kann dein Tier schmerzfrei fressen, sich
wohlfühlen und aktiv am Leben teilnehmen. Entzündungen
im Maul können sich auf den gesamten Körper auswirken, sie belasten Herz, Leber
oder Nieren und verursachen oft chronische Schmerzen, die man Tieren von außen
kaum ansieht.
Zahnprobleme
sind bei Tieren oft schwer zu erkennen. Typische Anzeichen sind Mundgeruch,
Zahnstein, gerötetes oder blutendes Zahnfleisch, vermehrtes Speicheln oder
vereinzelt eine Veränderung im Fressverhalten. Manche Tiere lassen Futter
fallen oder kauen nur noch auf einer Seite, andere werden ruhiger oder ziehen
sich zurück.
Nicht selten
werden Zahnprobleme auch eher durch „Zufall“ bei den regelmäßigen
Routineuntersuchungen festgestellt, da unsere Vierbeinigen Patienten viel
härter im Nehmen sind, als Herrchen und Frauchen und deswegen ein normales
Fressverhalten zeigen.
Was passiert, wenn Zahnprobleme unbehandelt bleiben?
Unbehandelte Zahnprobleme können häufig zu chronischen Entzündungen im Maul führen. Aus Zahnbelag entsteht Zahnstein, daraus eine Zahnfleischentzündung, die sich bis auf den Kieferknochen ausbreiten kann. Das ist schmerzhaft und kann dazu führen, dass Zähne locker werden oder ausfallen. Noch wichtiger: Bakterien aus dem Maul gelangen über die Blutbahn in den Körper und können Herz, Leber oder Nieren schädigen. Daher empfehlen wir, kommt zu regelmäßigen Routineuntersuchungen, so haben wir gemeinsam die Maulgesundheit von Deinem Vierbeiner im Blick.
Ab wann sollte ich mit der Zahnpflege bei meinem Tier beginnen?
Am besten
fängst du schon früh damit an, idealerweise, als Welpe oder Kitten, sobald das
Tier einzieht. In dieser Zeit kann dein Tier spielerisch lernen, dass es ganz
normal ist, wenn du ihm kurz ins Maul schaust, mit einem Fingerling oder mit
einer Bürste über die Zähne gehst.
Aber auch
ältere Tiere profitieren davon, wenn man langsam und geduldig anfängt. In
unserer Praxis zeigen wir dir gerne, wie du die Zahnpflege zu Hause Schritt für
Schritt einführen kannst, immer mit positiver Verstärkung und ohne Druck.
Kann ich meinem Tier auch zu Hause die Zähne putzen? Wie oft sollte ich die Zähne meiner Fellnase professionell reinigen lassen?
Hier ist die
Antwort ganz klar: Ja! Dies ist die effektivste Möglichkeit, Zahnprobleme
vorzubeugen. Wichtig ist, eine spezielle Zahnpasta für Tiere zu verwenden und
das Putzen langsam aufzubauen. Anfangs genügt es, das Maul zu berühren oder mit
einem Finger über die Zähne zu streichen.
Wenn dein
Tier das gut annimmt, kannst du zur Fingerzahnbürste oder einer weichen Bürste
übergehen. Auch wenn tägliches Putzen ideal ist, helfen wenige Male pro Woche schon
enorm.
Und falls es
gar nicht klappt, beraten wir dich gerne über alternative Pflegemöglichkeiten,
etwa spezielle Kaustreifen oder Zahnpflegegele.
Wie oft eine
professionelle Reinigung notwendig ist, hängt stark von der Veranlagung, dem
Alter und der Ernährung deines Tieres ab. Als Orientierung gilt: Eine jährliche
Vorstellung, im Rahmen einer allgemeinen Untersuchung, reicht meist aus. Bei
Tieren mit starker Zahnsteinbildung kann eine professionelle Reinigung auch
alle sechs bis zwölf Monate nötig sein.
Warum erfolgt eine professionelle Zahnreinigung unter Narkose?
Eine
professionelle Zahnreinigung bei Tieren kann nur unter Narkose wirklich
gründlich und schonend durchgeführt werden. Während der Narkose liegt dein Tier
ruhig und schmerzfrei, sodass alle Zähne sorgfältig gereinigt werden können, auch
die hinteren Backenzähne, die Zahnzwischenräume und vor allem die empfindlichen
Zahnfleischtaschen unter dem Zahnfleischrand.
Gerade dort
sammeln sich häufig Zahnbelag und Bakterien, die für Zahnfleischentzündungen,
Parodontitis und langfristig sogar für Schäden an inneren Organen
verantwortlich sein können. Diese Bereiche sind im wachen Zustand weder gut
einsehbar noch schmerzfrei zu behandeln.
Ohne Narkose
wäre die Reinigung für dein Tier unangenehm oder sogar schmerzhaft und müsste
aus Sicherheitsgründen vorzeitig abgebrochen werden. Zudem bestünde ein
erhöhtes Verletzungsrisiko für Tier und Behandelnde. Eine Reinigung ohne
Narkose wäre daher unvollständig und medizinisch nicht sinnvoll.
Die Narkose
ermöglicht also eine gründliche, stressfreie und sichere Zahnbehandlung, die
entscheidend zur langfristigen Zahngesundheit und zum Wohlbefinden deines
Tieres beiträgt.
Wie läuft eine professionelle Zahnreinigung ab?
Bevor wir mit
der Zahnbehandlung beginnen, wird dein Tier gründlich untersucht. Wir prüfen
dabei genau, ob es gesund und fit für die Narkose ist. Anschließend wird es sanft
und sicher in Narkose gelegt, damit die Behandlung für dein Tier völlig
schmerz- und stressfrei abläuft.
Die Narkose
wird als Injektion- und Inhalationsnarkose über einen Beatmungsschlauch
durchgeführt. Dabei wird, wie in der Humanmedizin, ein Tubus in die Luftröhre
gelegt und mit einem Narkosegas die Narkose aufrechterhalten. Außerdem schützt
dieser vor ungewollter Aspiration, also das Verschlucken von Flüssigkeiten,
während der Reinigung.
Danach
entfernen wir Zahnstein und Beläge mittels Ultraschall, reinigen die
Zahnfleischtaschen und polieren die Zähne, damit sich neue Ablagerungen
langsamer bilden.
Ein wichtiger
Bestandteil ist das Dentalröntgen. So können wir auch Bereiche beurteilen, die
man von außen nicht sieht. Etwa die Zahnwurzeln oder den Kieferknochen. Auf
diese Weise erkennen wir Entzündungen oder andere Veränderungen frühzeitig und
können diese gezielt behandeln.
Bei der Katze
empfehlen wir immer ein Dentalröntgen, da einige Zahnerkrankungen meist nur
damit richtig diagnostiziert werden können.
Nach der
Reinigung lassen wir dein Tier in Ruhe aufwachen. Wenn es wieder wach ist,
besprechen wir gemeinsam die Befunde, zeigen dir die Röntgenbilder und
erklären, welche Maßnahmen eventuell sinnvoll sind, um die Zahngesundheit
langfristig zu erhalten.
Welche Zahnkrankheiten kommen bei Hund und Katze am häufigsten vor?
Zu den
häufigsten Erkrankungen zählen Zahnstein, Zahnfleischentzündungen und
Parodontitis. Zahnstein entsteht, wenn sich weiche Zahnbeläge, sogenannter
Plaque, mit Mineralien aus dem Speichel verbinden und verhärten. Diese Beläge
reizen das Zahnfleisch und führen zu Entzündungen (Gingivitis). Wird das nicht
behandelt, kann sich die Entzündung auf die tieferen Strukturen des
Zahnhalteapparates ausbreiten und es entsteht eine Parodontitis. Dabei werden
Zahnfleisch, Haltefasern und Kieferknochen geschädigt. Die Zähne lockern sich
und fallen schließlich aus. Besonders kleine Hunderassen sind aufgrund ihrer
engen Zahnstellung und geringeren Kaubelastung häufiger betroffen.
Bei Katzen
treten zusätzlich spezielle Zahnerkrankungen auf, insbesondere FORL (Feline
Odontoklastische Resorptive Läsionen). Dabei wird die Zahnsubstanz durch
körpereigene Zellen abgebaut. Diese Prozesse beginnen meist im Wurzelbereich
und bleiben lange unbemerkt, weil man sie mit bloßem Auge nicht erkennen kann.
Die betroffenen Katzen leiden jedoch unter starken, dauerhaften Schmerzen, einige
Katzen fressen langsamer, lassen Futter fallen oder zeigen eine veränderte
Kopfhaltung. Manche allerdings zeigen keine offensichtlichen Symptome. Erst im
Dentalröntgen werden die Schäden sichtbar. In den meisten Fällen müssen die
betroffenen Zähne entfernt werden, damit die Tiere wieder beschwerdefrei leben
können.
Auch
abgebrochene Zähne kommen bei Hunden häufig vor, meist durch das Kauen auf zu
harten Gegenständen wie Geweihen oder Knochen. Dabei kann das empfindliche
Zahnmark freiliegen, welches zu Entzündungen und Schmerzen führt. Eine
rechtzeitige tierärztliche Untersuchung ist hier entscheidend, um zu klären, ob
der Zahn erhalten oder entfernt werden sollte.
Bei jungen
Tieren sehen wir zudem immer wieder persistierende Milchzähne, also Milchzähne,
die nicht von selbst ausfallen. Dadurch kommt es zu Engständen oder
Fehlstellungen im bleibenden Gebiss, die später die Zahnreinigung erschweren
und Probleme begünstigen. In solchen Fällen ist eine Entfernung der
verbliebenen Milchzähne sinnvoll.
Bei Katzen
kann außerdem die sogenannte chronische Gingivostomatitis (FCGS) auftreten, eine
schmerzhafte, oft immunvermittelte Entzündung der Maulschleimhaut. Sie äußert
sich durch starken Mundgeruch, Speicheln und Zahnfleischrötungen. Einige Katzen
zeigen auch Probleme bei der Futteraufnahme. Auch hier ist eine umfassende
Diagnostik mit Dentalröntgen wichtig, um die passende Therapie einzuleiten.
Warum ist Dentalröntgen so wichtig für die Zahngesundheit meines Tieres?
Das Dentalröntgen ist wichtig, weil viele Probleme unter dem Zahnfleisch entstehen und von außen nicht sichtbar sind. Auf Röntgenbildern erkennen wir Entzündungen an der Wurzelspitze, Knochenabbau, versteckte Frakturen, resorptive Läsionen z. B. FORL bei Katzen oder Veränderungen an bereits gelockerten Zähnen. Mit diesen Informationen können wir die Erkrankung eindeutig einordnen, die Behandlung gezielt planen und unnötige Eingriffe vermeiden. Wir nutzen Röntgenbilder außerdem als Ausgangsbasis, um den Heilungsverlauf zu beurteilen und das Ergebnis der Behandlung zu kontrollieren.
Wie erkennt der Tierarzt, ob ein Zahn gezogen werden muss oder erhalten werden kann?
Ob ein Zahn
erhalten werden kann, entscheiden wir nach einer gründlichen Untersuchung des
Mauls und anhand der Röntgenbilder. Wir prüfen, ob der Zahnhalteapparat stabil
ist, wie stark das Zahnfleisch entzündet und der Knochen intakt ist. Außerdem
prüfen wir, ob es Hinweise auf Wurzelentzündungen oder -resorptionen gibt.
Ein Zahn wird
in der Regel erhalten, wenn er festsitzt, der Knochen stabil ist und keine
irreversiblen Schäden an Wurzel oder Zahnhalteapparat vorliegen. In solchen
Fällen kommen eine gründliche Reinigung, die Behandlung von Zahnfleischtaschen,
oder bei geeigneten Zähnen auch endodontische Maßnahmen wie Wurzelbehandlungen
mittels Füllungen in Betracht.
Eine
Entfernung ist angezeigt, wenn der Zahn stark gelockert ist, der Knochen
weitgehend abgebaut wurde, eine schmerzhafte Wurzelentzündung besteht, eine
tiefe Fraktur das Zahnmark freilegt oder bei Katzen eine FORL vorliegt. In
diesen Situationen ist eine Extraktion die schonendste und dauerhaft
schmerzfreie Lösung.
Du solltest deinem Tier
regelmäßig ins Maul schauen und auf Mundgeruch, Zahnstein oder gerötetes
Zahnfleisch achten. Zusätzlich empfehlen wir mindestens eine tierärztliche
Zahnkontrolle pro Jahr.
Du kannst das Putzen in kleinen Schritten trainieren. Beginne mit kurzen Berührungen an Lefzen und Zähnen und steigere dich über Fingerlinge, einer weichen Bürste, bis hin zu einer elektrischen- oder sogar Ultraschallzahnbürste mit einer für Tiere gedachten Zahnpasta. Schon wenige Minuten pro Woche verbessern die Zahngesundheit deutlich.
Eine ausgewogene Fütterung und ausgewählte Kauartikel oder Zusatzprodukte wie z.B Dentalsprays, Gele, oder ähnlichem, können Beläge reduzieren. Bitte vermeide sehr harte Gegenstände wie Steine, Geweih oder extrem harte Knochen, da die Zähne dadurch abbrechen könnten.
Wenn du Zahnstein siehst, der Atem unangenehm riecht oder das Zahnfleisch blutet, ist es Zeit für eine professionelle Reinigung mit Politur und falls nötig Behandlung der Zahnfleischtaschen.
Wenn du dir bei der Zahnpflege oder beim Zustand der Zähne unsicher bist, lass dich beraten. Wir sind gerne für dich und dein Tier da und helfen, die Zahngesundheit zu erhalten.
Was ist FORL und was bedeutet diese Krankheit für meine Katze?
FORL ist die Abkürzung für „Feline
Odontoklastische Resorptive Läsionen“. Dabei handelt es sich um eine sehr
häufige und äußerst schmerzhafte Zahnerkrankung bei Katzen. Studien zeigen,
dass mehr als jede dritte Katze im Laufe ihres Lebens davon betroffen ist, bei
älteren Tieren sogar noch deutlich mehr.
Bei FORL greifen spezielle Zellen,
sogenannte Odontoklasten, die harte Zahnsubstanz an. Sie bauen den Zahn nach
und nach von innen heraus ab. Zunächst entstehen kleine Defekte im Zahnschmelz
oder im Bereich des Zahnhalses. Mit der Zeit kann der gesamte Zahn zerstört
werden. Die Erkrankung beginnt oft unbemerkt, da die Veränderungen unter dem
Zahnfleisch stattfinden und von außen lange nicht sichtbar sind.
Für die betroffene Katze bedeutet FORL
vor allem eines: starke Schmerzen. Da Katzen Schmerzen jedoch sehr gut
verbergen können, bleiben die Symptome häufig lange unerkannt. Mögliche
Anzeichen sind vermehrtes Speicheln, Futterverweigerung, einseitiges Kauen,
Zähneknirschen, Kopfschiefhalten beim Fressen oder plötzliches Zurückzucken
beim Berühren des Mauls. Manche Katzen wirken auch einfach ruhiger oder ziehen
sich zurück.
Die genaue Ursache von FORL ist bis
heute nicht vollständig geklärt. Es handelt sich jedoch nicht um Karies.
Faktoren wie Entzündungen im Maul, Zahnstein oder immunologische Prozesse
können eine Rolle spielen.
Wichtig zu wissen: FORL heilt nicht von
selbst. Eine Behandlung ist unbedingt notwendig. In den meisten Fällen müssen
die betroffenen Zähne entfernt werden, um die Schmerzen dauerhaft zu
beseitigen. Vor der Behandlung sind Dentalröntgenaufnahmen entscheidend, da
viele Läsionen mit bloßem Auge nicht erkennbar sind.
Die gute Nachricht ist: Nach der
Entfernung der schmerzhaften Zähne geht es den meisten Katzen schnell deutlich
besser. Selbst ohne einzelne Zähne können Katzen sehr gut leben und fressen.
Entscheidend ist, dass sie schmerzfrei sind.
Regelmäßige Zahnkontrollen beim
Tierarzt helfen, FORL frühzeitig zu erkennen und Deiner Katze unnötiges Leiden
zu ersparen.