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Zahnheilkunde

Prophylaxe 

Gerne betreuen wir Dein Tier auch was den langfristigen Erhalt seiner Zähne betrifft.

Behandlung

Die Behandlung sollte man nicht mit der ästhetischen Behandlung bei Menschen vergleichen.  

Zuchthygienische
Untersuchungen

Untersuchungen, Bescheinigungen und Gutachten zur Zucht. 

Zahnheilkunde

Zahnstein wie auch Zahnfleischentzündungen sind wie beim Menschen eine ernst zu nehmende Angelegenheit. Mit dem kleinen Unterschied, dass Tiere nicht sprechen können. Also unterstützen und begleiten wir Deinen Liebling, schon allein dabei, dass wir ihn regelmäßig mit den Schutzimpfungen untersuchen und auch mal am Mäulchen riechen. 

Es gibt aber auch noch andere z. T. schwere Erkrankungen, die als Ursache eine andere, internistische Grunderkrankung hat. Ein bald möglicher Besuch in der Tierarztpraxis sollte mit dem erkrankten Tier erfolgen. Deswegen ist die regelmäßige tierärztliche Untersuchung, z. B. im Rahmen der regelmäßigen jährlichen Schutzimpfung, wichtig.

Eine gute Vorbeugemaßnahme für die Gesundheitspflege der Zähne ist das tägliche Zähneputzen mit einer für Tiere geeigneten Zahnpasta – viele Tiere tolerieren dies leider nicht.

Diagnostik und Behandlung
  • Zahnröntgen
  • Kariestherapie Wurzelfüllung (Endodontie) Restauration der Zahnkrone Zahnextraktion
  • Entfernung mehrwurzeliger Zähne
  • Fistel-Operation 
  • Operative Entfernung von Zahnanomalien 
  • Prophylaxe (Vorsorge, professionelle Zahnstein-Entfernung)
  • Konservierende Zahnheilkunde
  • Diagnose und Behandlung von Zahnmark-Erkrankungen (Endodontie)
  • Zahnhalteapparates (Parodontologie)
  • Mundhöhlen-Erkrankungen (Stomatologie)
  • Kieferorthopädie (Korrektur von Fehlstellungen)
  • Wurzelbehandlungen, Füllungen und Überkronungen
  • Zahn-, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie 
Maul/Kiefer
  • Zahnfleischentzündungen Parodontose
  • Zahnhalsläsionen ( FORL ) bei der Katze
  • Mundhöhlenbehandlungen 
  • Schleimhautwucherungen, Epuli 
Zuchthygienische Untersuchungen

Untersuchungen, Bescheinigungen und Gutachten des Gebisses für die Zuchtfähigkeit. Dieser wird leider oft zu spät nach dem Welpenkauf im Ausland zum aktuellen Zahnstatus angefragt.

Zahnstein

Zahnbeläge (Plaque) bedrohen die Zahngesundheit am häufigsten. Anfangs noch weiche Zahnbeläge mineralisieren mehr und mehr, bis sich fester Zahnstein gebildet hat.

Zahnstein ist gelb, ockerfarben, braun oder grau und haftet gewöhnlich zuerst an der Außenfläche der Fang- und Backenzähne. Durch den mechanischen Druck und durch Bakterien an den Zahnbelägen entsteht eine Entzündung des Zahnfleisches, die mit einer schmalen, aber oft deutlich sichtbaren Rötung beginnt. Fast immer hat der Hund oder die Katze deutlich wahrnehmbaren Mundgeruch. Die Zahnfleischentzündung kann fortschreiten, bis schließlich der gesamte Zahnhalteapparat betroffen ist. Die Zähne lockern sich und fallen aus. Deswegen ist die regelmäßige tierärztliche Untersuchung, z. B. im Rahmen der regelmäßigen jährlichen Schutzimpfung, wichtig.

Das tägliche Zähneputzen mit einer für Hunde und Katzen geeigneten Zahnpaste (Zahnpasta für den Menschen darf beim Tier nicht angewendet werden!) ist die beste Vorbeugemaßnahme. Früh üben lohnt sich. Man sollte schon im Welpen- oder Kittenalter damit beginnen. Unser Vierbeiner erlernt spielend die Zahnpflege und freut sich schon darauf.

Zahnoperation beim Hund im direkten Vergleich

Eindrucksvolle Vorher-Nachher-Bilder: Zahnstein und ein persistierender Milchcaninus im Oberkiefer. Eigentlich werden die Zähne zwischen dem 4.-7. Lebensmonat gewechselt und die Milchzähne fallen aus. Falls Sie danach zwei Zähne dicht hintereinander bzw. bleibenden Zahn und Milchzahn direkt hintereinander entdecken, fragen gern Sie beim Tierarzt nach, ob Behandlungsbedarf besteht.

Angeborene Fehlstellungen

Fehlstellungen im bleibenden Gebiss – Engstehende Unterkiefer-Eckzähne

Zu kurze (oder zu lange) Unterkiefer haben meist einen genetischen Hintergrund. Bei starken Verschiebungen (z. B. 10 mm bei einem 10 kg Welpen) ist nicht damit zu rechnen, dass im bleibenden Gebiss eine Normalisierung eintritt. Sofern die Zähne ihren Weg an denjenigen des gegenüberliegenden Kiefers vorbei finden, muss man nichts unternehmen.
Die Ausnahme sind Unterkiefereckzähne, welche schmerzhaft in den Gaumen stechen. Diese sollten, so schnell wie möglich, in einer Narkose gezogen werden.

Bild oben: Zu kurzer Unterkiefer, die Eckzähne haken sich in den Gaumen ein.
Bild unten: Ein zu langer Unterkiefer, eine Behandlung ist nicht notwendig.

Das Hundegebiss

Unsere Welpen kommen ohne Zähne zur Welt. Die ersten Zähne erscheinen ab ungefähr der dritten Lebenswoche. Das Welpengebiss hat 28 Zähne. Die Zähne wechseln im Regelfall zwischen dem 5. und 7. Lebensmonat. Das bleibende Gebiss trägt 42 Zähne (im Oberkiefer respektive Unterkiefer je 6 Schneidezähne, 2 Eckzähne, 4 vordere Backenzähne und 2 respektive 3 hintere Backenzähne). Der Zahnwechsel soll rasch erfolgen, wobei der bleibende Zahn den Platz des ausgefallenen Milchzahnes einnimmt.

Zahnstein ist gelb, ockerfarben, braun oder grau und haftet gewöhnlich zuerst an der Außenfläche der Fang- und Backenzähne. Durch den mechanischen Druck und durch Bakterien an den Zahnbelägen entsteht eine Entzündung des Zahnfleisches, die mit einer schmalen, aber oft deutlich sichtbaren Rötung beginnt. Fast immer hat der Hund deutlich wahrnehmbaren Mundgeruch. Die Zahnfleischentzündung kann fortschreiten, bis schließlich der gesamte Zahnhalteapparat betroffen ist. Die Zähne lockern sich und fallen aus. Deswegen ist die regelmäßige tierärztliche Untersuchung, z. B. im Rahmen der regelmäßigen jährlichen Schutzimpfung, wichtig.

Das tägliche Zähneputzen mit einer für Hunde geeigneten Zahnpaste (Zahnpasta für den Menschen darf beim Hund nicht angewendet werden!) ist die beste Vorbeugemaßnahme. Früh üben lohnt sich. Man sollte schon im Welpenalter damit beginnen. Der Hund erlernt spielend die Zahnpflege und freut sich schon darauf. Eine Hundezahnbürste und -Zahnpasta werden dafür benötigt.  

Tipps für ein gesundes Hundegebiss
  • An regelmäßige Berührung im Bereich von Kopf bis Lippen gewöhnen und dafür belohnen 
  • Wenn dies problemlos toleriert wird, behutsam regelmäßig die Zähne berühren, nun Zahnpasta auf Finger geben und über Zähne verteilen 
  • Sobald dies vom Hund toleriert wird, mit dem Putzen mittels Fingerzahnbürste beginnen: in den ersten Tagen eventuell nur die großen Fangzähne, alternativ können Sie robuste Hundezahnbürste verwenden 
  • In der Regel ist das Bürsten der Außenseiten ausreichend, da Zahnpasta sich verteilt und die Innenseiten durch die Bewegung der Zunge gereinigt werden, später auch die Backenzähne mit kreisenden Bewegungen bürsten 
  • Nur etwa 30 Sekunden tägliches Zähneputzen bringt einen enormen Nutzen für die Zahngesundheit des Hundes.

    Alternativ können sie ihm regelmäßige spezielle Kaustreifen oder Kauknochen anbieten. Dadurch kann die Zahnsteinbildung ebenfalls reduziert werden.

Tipps für das gesunde Hundgebiss

 ​Einfach erklärt 

Fragen zur Zahngesundheit

Woran erkenne ich Zahnprobleme?

Wie wichtig ist die Zahngesundheit für meinen Hund oder meine Katze? Woran erkenne ich, dass mein Hund oder meine Katze Zahnprobleme hat?

Die Zahngesundheit ist ein wesentlicher Teil der allgemeinen Gesundheit deines Tieres. Wenn das Gebiss gesund ist, kann dein Tier schmerzfrei fressen, sich wohlfühlen und aktiv am Leben teilnehmen. Entzündungen im Maul können sich auf den gesamten Körper auswirken, sie belasten Herz, Leber oder Nieren und verursachen oft chronische Schmerzen, die man Tieren von außen kaum ansieht.

Zahnprobleme sind bei Tieren oft schwer zu erkennen. Typische Anzeichen sind Mundgeruch, Zahnstein, gerötetes oder blutendes Zahnfleisch, vermehrtes Speicheln oder vereinzelt eine Veränderung im Fressverhalten. Manche Tiere lassen Futter fallen oder kauen nur noch auf einer Seite, andere werden ruhiger oder ziehen sich zurück. 

Nicht selten werden Zahnprobleme auch eher durch „Zufall“ bei den regelmäßigen Routineuntersuchungen festgestellt, da unsere Vierbeinigen Patienten viel härter im Nehmen sind, als Herrchen und Frauchen und deswegen ein normales Fressverhalten zeigen.

Zahnprobleme – Die unbekannte Gefahr

Was passiert, wenn Zahnprobleme unbehandelt bleiben?

Unbehandelte Zahnprobleme können häufig zu chronischen Entzündungen im Maul führen. Aus Zahnbelag entsteht Zahnstein, daraus eine Zahnfleischentzündung, die sich bis auf den Kieferknochen ausbreiten kann. Das ist schmerzhaft und kann dazu führen, dass Zähne locker werden oder ausfallen. Noch wichtiger: Bakterien aus dem Maul gelangen über die Blutbahn in den Körper und können Herz, Leber oder Nieren schädigen. Daher empfehlen wir, kommt zu regelmäßigen Routineuntersuchungen, so haben wir gemeinsam die Maulgesundheit von Deinem Vierbeiner im Blick. 

Zahnpflege früh starten!

Ab wann sollte ich mit der Zahnpflege bei meinem Tier beginnen?

Am besten fängst du schon früh damit an, idealerweise, als Welpe oder Kitten, sobald das Tier einzieht. In dieser Zeit kann dein Tier spielerisch lernen, dass es ganz normal ist, wenn du ihm kurz ins Maul schaust, mit einem Fingerling oder mit einer Bürste über die Zähne gehst. 
Aber auch ältere Tiere profitieren davon, wenn man langsam und geduldig anfängt. In unserer Praxis zeigen wir dir gerne, wie du die Zahnpflege zu Hause Schritt für Schritt einführen kannst, immer mit positiver Verstärkung und ohne Druck.

Zähne putzen bei Hund und Katze – Wie gehts das zu Hause?

Kann ich meinem Tier auch zu Hause die Zähne putzen? Wie oft sollte ich die Zähne meiner Fellnase professionell reinigen lassen?

Hier ist die Antwort ganz klar: Ja! Dies ist die effektivste Möglichkeit, Zahnprobleme vorzubeugen. Wichtig ist, eine spezielle Zahnpasta für Tiere zu verwenden und das Putzen langsam aufzubauen. Anfangs genügt es, das Maul zu berühren oder mit einem Finger über die Zähne zu streichen. 
Wenn dein Tier das gut annimmt, kannst du zur Fingerzahnbürste oder einer weichen Bürste übergehen. Auch wenn tägliches Putzen ideal ist, helfen wenige Male pro Woche schon enorm.

Und falls es gar nicht klappt, beraten wir dich gerne über alternative Pflegemöglichkeiten, etwa spezielle Kaustreifen oder Zahnpflegegele.
Wie oft eine professionelle Reinigung notwendig ist, hängt stark von der Veranlagung, dem Alter und der Ernährung deines Tieres ab. Als Orientierung gilt: Eine jährliche Vorstellung, im Rahmen einer allgemeinen Untersuchung, reicht meist aus. Bei Tieren mit starker Zahnsteinbildung kann eine professionelle Reinigung auch alle sechs bis zwölf Monate nötig sein.

Zahnreinigung nur unter Narkose?

Warum erfolgt eine professionelle Zahnreinigung unter Narkose?

Eine professionelle Zahnreinigung bei Tieren kann nur unter Narkose wirklich gründlich und schonend durchgeführt werden. Während der Narkose liegt dein Tier ruhig und schmerzfrei, sodass alle Zähne sorgfältig gereinigt werden können, auch die hinteren Backenzähne, die Zahnzwischenräume und vor allem die empfindlichen Zahnfleischtaschen unter dem Zahnfleischrand.
Gerade dort sammeln sich häufig Zahnbelag und Bakterien, die für Zahnfleischentzündungen, Parodontitis und langfristig sogar für Schäden an inneren Organen verantwortlich sein können. Diese Bereiche sind im wachen Zustand weder gut einsehbar noch schmerzfrei zu behandeln. 

Ohne Narkose wäre die Reinigung für dein Tier unangenehm oder sogar schmerzhaft und müsste aus Sicherheitsgründen vorzeitig abgebrochen werden. Zudem bestünde ein erhöhtes Verletzungsrisiko für Tier und Behandelnde. Eine Reinigung ohne Narkose wäre daher unvollständig und medizinisch nicht sinnvoll. Die Narkose ermöglicht also eine gründliche, stressfreie und sichere Zahnbehandlung, die entscheidend zur langfristigen Zahngesundheit und zum Wohlbefinden deines Tieres beiträgt.

Professionelle Zahnreinigung beim Tierarzt – So läuft sie ab

Wie läuft eine professionelle Zahnreinigung ab?

Bevor wir mit der Zahnbehandlung beginnen, wird dein Tier gründlich untersucht. Wir prüfen dabei genau, ob es gesund und fit für die Narkose ist. Anschließend wird es sanft und sicher in Narkose gelegt, damit die Behandlung für dein Tier völlig schmerz- und stressfrei abläuft. 
Die Narkose wird als Injektion- und Inhalationsnarkose über einen Beatmungsschlauch durchgeführt. Dabei wird, wie in der Humanmedizin, ein Tubus in die Luftröhre gelegt und mit einem Narkosegas die Narkose aufrechterhalten. Außerdem schützt dieser vor ungewollter Aspiration, also das Verschlucken von Flüssigkeiten, während der Reinigung. 

Danach entfernen wir Zahnstein und Beläge mittels Ultraschall, reinigen die Zahnfleischtaschen und polieren die Zähne, damit sich neue Ablagerungen langsamer bilden. Ein wichtiger Bestandteil ist das Dentalröntgen. So können wir auch Bereiche beurteilen, die man von außen nicht sieht. Etwa die Zahnwurzeln oder den Kieferknochen. Auf diese Weise erkennen wir Entzündungen oder andere Veränderungen frühzeitig und können diese gezielt behandeln. 
Bei der Katze empfehlen wir immer ein Dentalröntgen, da einige Zahnerkrankungen meist nur damit richtig diagnostiziert werden können. 
Nach der Reinigung lassen wir dein Tier in Ruhe aufwachen. Wenn es wieder wach ist, besprechen wir gemeinsam die Befunde, zeigen dir die Röntgenbilder und erklären, welche Maßnahmen eventuell sinnvoll sind, um die Zahngesundheit langfristig zu erhalten.

Zahnstein, Parodontitis 6 FORL: Häufige Zahnkrankheiten bei Haustieren

Welche Zahnkrankheiten kommen bei Hund und Katze am häufigsten vor?

Zu den häufigsten Erkrankungen zählen Zahnstein, Zahnfleischentzündungen und Parodontitis. Zahnstein entsteht, wenn sich weiche Zahnbeläge, sogenannter Plaque, mit Mineralien aus dem Speichel verbinden und verhärten. Diese Beläge reizen das Zahnfleisch und führen zu Entzündungen (Gingivitis). Wird das nicht behandelt, kann sich die Entzündung auf die tieferen Strukturen des Zahnhalteapparates ausbreiten und es entsteht eine Parodontitis. Dabei werden Zahnfleisch, Haltefasern und Kieferknochen geschädigt. Die Zähne lockern sich und fallen schließlich aus. Besonders kleine Hunderassen sind aufgrund ihrer engen Zahnstellung und geringeren Kaubelastung häufiger betroffen. 

Bei Katzen treten zusätzlich spezielle Zahnerkrankungen auf, insbesondere FORL (Feline Odontoklastische Resorptive Läsionen). Dabei wird die Zahnsubstanz durch körpereigene Zellen abgebaut. Diese Prozesse beginnen meist im Wurzelbereich und bleiben lange unbemerkt, weil man sie mit bloßem Auge nicht erkennen kann. Die betroffenen Katzen leiden jedoch unter starken, dauerhaften Schmerzen, einige Katzen fressen langsamer, lassen Futter fallen oder zeigen eine veränderte Kopfhaltung. Manche allerdings zeigen keine offensichtlichen Symptome. Erst im Dentalröntgen werden die Schäden sichtbar. In den meisten Fällen müssen die betroffenen Zähne entfernt werden, damit die Tiere wieder beschwerdefrei leben können. 

Auch abgebrochene Zähne kommen bei Hunden häufig vor, meist durch das Kauen auf zu harten Gegenständen wie Geweihen oder Knochen. Dabei kann das empfindliche Zahnmark freiliegen, welches zu Entzündungen und Schmerzen führt. Eine rechtzeitige tierärztliche Untersuchung ist hier entscheidend, um zu klären, ob der Zahn erhalten oder entfernt werden sollte. 
Bei jungen Tieren sehen wir zudem immer wieder persistierende Milchzähne, also Milchzähne, die nicht von selbst ausfallen. Dadurch kommt es zu Engständen oder Fehlstellungen im bleibenden Gebiss, die später die Zahnreinigung erschweren und Probleme begünstigen. In solchen Fällen ist eine Entfernung der verbliebenen Milchzähne sinnvoll. 
Bei Katzen kann außerdem die sogenannte chronische Gingivostomatitis (FCGS) auftreten, eine schmerzhafte, oft immunvermittelte Entzündung der Maulschleimhaut. Sie äußert sich durch starken Mundgeruch, Speicheln und Zahnfleischrötungen. Einige Katzen zeigen auch Probleme bei der Futteraufnahme. Auch hier ist eine umfassende Diagnostik mit Dentalröntgen wichtig, um die passende Therapie einzuleiten.

Dentalröntgen - Unsichtbare Zahnprobleme

Warum ist Dentalröntgen so wichtig für die Zahngesundheit meines Tieres?

Das Dentalröntgen ist wichtig, weil viele Probleme unter dem Zahnfleisch entstehen und von außen nicht sichtbar sind. Auf Röntgenbildern erkennen wir Entzündungen an der Wurzelspitze, Knochenabbau, versteckte Frakturen, resorptive Läsionen z. B. FORL bei Katzen oder Veränderungen an bereits gelockerten Zähnen. Mit diesen Informationen können wir die Erkrankung eindeutig einordnen, die Behandlung gezielt planen und unnötige Eingriffe vermeiden. Wir nutzen Röntgenbilder außerdem als Ausgangsbasis, um den Heilungsverlauf zu beurteilen und das Ergebnis der Behandlung zu kontrollieren.

Zahn ziehen oder retten? So entscheidet der Tierarzt

Wie erkennt der Tierarzt, ob ein Zahn gezogen werden muss oder erhalten werden kann?

Ob ein Zahn erhalten werden kann, entscheiden wir nach einer gründlichen Untersuchung des Mauls und anhand der Röntgenbilder. Wir prüfen, ob der Zahnhalteapparat stabil ist, wie stark das Zahnfleisch entzündet und der Knochen intakt ist. Außerdem prüfen wir, ob es Hinweise auf Wurzelentzündungen oder -resorptionen gibt. 

Ein Zahn wird in der Regel erhalten, wenn er festsitzt, der Knochen stabil ist und keine irreversiblen Schäden an Wurzel oder Zahnhalteapparat vorliegen. In solchen Fällen kommen eine gründliche Reinigung, die Behandlung von Zahnfleischtaschen, oder bei geeigneten Zähnen auch endodontische Maßnahmen wie Wurzelbehandlungen mittels Füllungen in Betracht. 

Eine Entfernung ist angezeigt, wenn der Zahn stark gelockert ist, der Knochen weitgehend abgebaut wurde, eine schmerzhafte Wurzelentzündung besteht, eine tiefe Fraktur das Zahnmark freilegt oder bei Katzen eine FORL vorliegt. In diesen Situationen ist eine Extraktion die schonendste und dauerhaft schmerzfreie Lösung.

TIPP 1: Regelmäßig Kontrollieren

Du solltest deinem Tier regelmäßig ins Maul schauen und auf Mundgeruch, Zahnstein oder gerötetes Zahnfleisch achten. Zusätzlich empfehlen wir mindestens eine tierärztliche Zahnkontrolle pro Jahr.

Tipp 2: Zähneputzen üben

Du kannst das Putzen in kleinen Schritten trainieren. Beginne mit kurzen Berührungen an Lefzen und Zähnen und steigere dich über Fingerlinge, einer weichen Bürste, bis hin zu einer elektrischen- oder sogar Ultraschallzahnbürste mit einer für Tiere gedachten Zahnpasta. Schon wenige Minuten pro Woche verbessern die Zahngesundheit deutlich.

Tipp 3: Geeignete Ernährung und Kauartikel

Eine ausgewogene Fütterung und ausgewählte Kauartikel oder Zusatzprodukte wie z.B Dentalsprays, Gele, oder ähnlichem, können Beläge reduzieren. Bitte vermeide sehr harte Gegenstände wie Steine, Geweih oder extrem harte Knochen, da die Zähne dadurch abbrechen könnten.

Tipp 4: Professionelle Zahnreinigung bei Bedarf

Wenn du Zahnstein siehst, der Atem unangenehm riecht oder das Zahnfleisch blutet, ist es Zeit für eine professionelle Reinigung mit Politur und falls nötig Behandlung der Zahnfleischtaschen.

Tipp 5: Bei Unsicherheiten zum Tierarzt

Wenn du dir bei der Zahnpflege oder beim Zustand der Zähne unsicher bist, lass dich beraten. Wir sind gerne für dich und dein Tier da und helfen, die Zahngesundheit zu erhalten.

FORL - Eine häufige und schmerzhafte Zahnerkrankung

Was ist FORL und was bedeutet diese Krankheit für meine Katze?

FORL ist die Abkürzung für „Feline Odontoklastische Resorptive Läsionen“. Dabei handelt es sich um eine sehr häufige und äußerst schmerzhafte Zahnerkrankung bei Katzen. Studien zeigen, dass mehr als jede dritte Katze im Laufe ihres Lebens davon betroffen ist, bei älteren Tieren sogar noch deutlich mehr.
Bei FORL greifen spezielle Zellen, sogenannte Odontoklasten, die harte Zahnsubstanz an. Sie bauen den Zahn nach und nach von innen heraus ab. Zunächst entstehen kleine Defekte im Zahnschmelz oder im Bereich des Zahnhalses. Mit der Zeit kann der gesamte Zahn zerstört werden. Die Erkrankung beginnt oft unbemerkt, da die Veränderungen unter dem Zahnfleisch stattfinden und von außen lange nicht sichtbar sind.

Für die betroffene Katze bedeutet FORL vor allem eines: starke Schmerzen. Da Katzen Schmerzen jedoch sehr gut verbergen können, bleiben die Symptome häufig lange unerkannt. Mögliche Anzeichen sind vermehrtes Speicheln, Futterverweigerung, einseitiges Kauen, Zähneknirschen, Kopfschiefhalten beim Fressen oder plötzliches Zurückzucken beim Berühren des Mauls. Manche Katzen wirken auch einfach ruhiger oder ziehen sich zurück.
Die genaue Ursache von FORL ist bis heute nicht vollständig geklärt. Es handelt sich jedoch nicht um Karies. Faktoren wie Entzündungen im Maul, Zahnstein oder immunologische Prozesse können eine Rolle spielen.

Wichtig zu wissen: FORL heilt nicht von selbst. Eine Behandlung ist unbedingt notwendig. In den meisten Fällen müssen die betroffenen Zähne entfernt werden, um die Schmerzen dauerhaft zu beseitigen. Vor der Behandlung sind Dentalröntgenaufnahmen entscheidend, da viele Läsionen mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. 

Die gute Nachricht ist: Nach der Entfernung der schmerzhaften Zähne geht es den meisten Katzen schnell deutlich besser. Selbst ohne einzelne Zähne können Katzen sehr gut leben und fressen. Entscheidend ist, dass sie schmerzfrei sind.   Regelmäßige Zahnkontrollen beim Tierarzt helfen, FORL frühzeitig zu erkennen und Deiner Katze unnötiges Leiden zu ersparen.